Der Denker! und was anderes! Age of Sigmar

Ohne Eve hat man eine Menge Zeit für andere Hobbies, bei mir zum Beispiel auch Tabletops wie Warhammer Fantasy Battles, das es so nicht mehr gibt. GW hat die Bombe gezündet und die alte Welt abgefackelt. Nach X mal unendlich Chaos-Invasionen war es auch mal Zeit das eine Erfolg hat, die Vier Götter waren bestimmt schon etwas am Zweifeln ob sie alles richtig machen.

Hier der Link zu Regeln und Armeen (legaler Download und ich empfehle dringend die englischen Regel, die deutschen gibt es hier).

Wie wir es nun aus einem gewissen SciFi-Spiel kennen: Änderungen lösen bei vielen Angstreaktionen aus und so war auch der Flame gegenüber AOS nicht ohne. Die üblichen Vorwürfe von „Geldmacherei“ über „Unfähigkeit“ bis hin zu „sind eh alles Idioten seit die erst-Designer gegangen sind“ waren vorhanden. Kommt einem irgendwie bekannt vor oder? Insbesondere die sehr kurzen 4-Seiten-Regeln wurden immer wieder kritisiert. Hier vor allem wegen „mangelnder taktischer Möglichkeiten“ und „keine Punktkosten, wie soll ich faire Listen aufstellen?“.

Der Hauptgrund, da bin ich mir sicher, war, dass Fantasy gegenüber 40K (für nicht Eingeweihte: der SciFi Ableger von Warhammer) miese Verkaufszahlen hatte. Was waren dafür die Gründe? Viele Spieler sagen, die Preise von GW waren überzogen. Und ja GWs Preise sind hoch, allerdings ist die Qualität ihrer Miniaturen unbestreitbar auch sehr gut, was aber in einem System in dem man große Blöcke vor sich hin schiebt weniger eine Rolle spielt, als bei einem Skirmish-System wo jedes einzelne Modell zur Geltung kommt. Insbesondere Hardcore-Turnier-Spieler, die regelmäßig die Armee wechseln, sind an dem deutlichen Veränderungen des Systems nicht unschuldig, denn gerade sie bedienen sich häufig bei entweder gebrauchten Minis oder bei Drittanbietern, die sehr ähnliche (so ein Zufall) für einen Bruchteil des Preises anbieten. Mit dem neuen Hintergrund kann GW nun Modelle verkaufen, die so eindeutig in ihr Universum gehören, dass Drittanbieter Probleme haben ähnliches zu verkaufen. (Trademark und so)

Zu den Sachen „Unfähig“ und „Idioten“ kann ich nicht viel sagen, kenne die Leute da nicht, CCP Mitarbeiter bin ich zumindest mal in Island begegnet. Aber die Regeln von AOS halte ich im Gegensatz zu vielen sogar für sehr gut, da sie simpel sind und wenig Raum für Spekulationen zulassen, wenn man mal die Turnierspieler Brille absetzt. Gehen wir mal die üblichen Punkte durch:

„Kein Balancing“: Früher hatte jedes Modell in Warhammer einen Punktwert und man stellte eine Liste zu einem vereinbarten Punktwert zusammen. Ein normaler Fußsoldat kostete 6 Punkte, ein Oger 35 usw. Normale Armeegröße waren 2000 Punkte. Realistisch hieß dies aber, das bestimmte Modelle immer genommen wurden (Chaosritter beim Chaos, Kanonen beim Imperium, Drachenreiter u.ä. bei jedem) und andere nie (7. Edition: Seewache). In AOS heißt es „Bring mit was du spielen willst“. Ende, das wars. Nun denken viele „Wie soll ich da spielen?“ und übersehen, dass es zwei Regeln gibt, die ein ordentliches Balancing erzwingen. Die erste, noch recht offensichtliche ist Sudden Death. Wenn dein Gegner 33% mehr Modelle auf dem Tisch hat als du, darfst du eine Siegbedingung wählen wie z.B. eine vom Gegner bestimmte Einheit zu töten. Erreichst du das Ziel, gewinnst du unabhängig von allem anderen. Hier haben wir also einen Anreiz nicht zu viele Modelle mitzubringen, da wir eventuell dem Gegner den Sieg wesentlich erleichtern. Nachteil: Armeen wie die Oger werden fast immer Sudden Death wählen können.

Die zweite Regel zum Balancing ist etwas versteckt unter „Glorious Victory“ zu finden. Sieg wird als generische Bedingung an die Zerstörung der gegnerischen Modelle geknüpft, wobei die am Anfang des Spiels auf der Platte befindlichen Modelle als 100% gelten. Wenn ich nur 30 Modelle habe, wovon 25 in einem Block stecken, dann macht dieser Block 83,33% meiner Modelle aus. Stellt mein Gegner nun im gleichen Spiel 150 Goblins auf (nicht unrealistisch), muss ich mindestens 125 Modelle vernichten um zu gewinnen, falls mein Block fällt. Und das führt direkt zum zweitgrößten Kritikpunkt:

„Beschwörungen sind völlig unbalanciert“: Viele Modelle haben auf ihren Warscrolls eine Regel, die besagt, dass alle Magier der Fraktion die Möglichkeit haben, sie zu beschwören, also nachträglich auf das Spielfeld zu bringen. Hier wird wild rein interpretiert ohne das man erstmal das simpelste annimmt: Damit ich die Regel einer Warscroll nutzen kann, muss sie Teil meiner Armee sein. Wenn ich also keine Seuchenhüter dabei habe (Entweder auf dem Feld oder in der Reserve) ist die Warscroll „Seuchenhüter“ nicht Teil meiner Armee und damit haben meine Zauberer nicht die Sonderregel „Seuchenhüter beschwören“. Schließlich hat mein Chaosgeneral auch nicht die Sonderregel des abwesenden Imperiumsfürsten. Man kann also nicht wild alle möglichen, gerade passenden Dämonen beschwören, es sei denn man packt vorher jeweils mindestens eine Einheit ein. Das ist einfach nur logisch.

Der zweite Einwand zu Beschwörungen ist: „Dann stelle ich nur sechs Magier auf und beschwöre mir jede Runde 4-5 Einheiten dazu“. Und ja, das ist natürlich möglich, aber wie oben erwähnt werden die 100% am Anfang des Spiels festgelegt. Habe ich am Start des Spiels sechs Modelle auf dem Tisch, darf ich auch nur sechs verlieren ansonsten kann mein Gegner sich zum Sieger erklären. Das steht so klar in den Regeln im letzten Absatz unter „Glorious Victory“: Beschworene Modelle gelten als Verlust, aber nicht zur Anzahl von Modellen in der Armee. Sobald ich also mehr als 100% der gegnerischen Modelle schlage, kann mein Gegner nicht mehr gewinnen.

Für heute soll das erstmal reichen, also Fly-safe-ish